Eine artgerechte Haltung, ausgewogene Ernährung und liebevolle Pflege sind die besten Voraussetzungen dafür, dass ein Hamster gesund und munter bleibt. So haben etwa Forschungen an der Universität in Liverpool ergeben, dass eine artgerechte und vielfältige Einrichtung des Hamsterkäfigs eine optimistischere Lebenseinstellung der Kleinnager zur Folge hatte.
Ein zu kleiner Käfig, ein ungeeigneter Standort, Ernährungsfehler, Zugluft, Feuchtigkeit, Kälte oder Hitze, Stress und mangelnde Hygiene können Gründe dafür sein, dass ein Hamster sich unwohl und krank fühlt. Wenn hier rasch optimale Bedingungen für das Tier geschaffen werden, ist der kleine Nager schnell wieder auf den Beinen.
Gesundheits-Check
Den Gesundheitszustand eines Hamsters überprüfen seine Besitzer am besten, indem sie ihn regelmäßig beobachten. Das sollte abends geschehen, wenn der Kleinnager munter ist. Ferner empfiehlt es sich, seinen kleinen Nager einmal pro Woche auf die Waage zu setzen: Verliert er plötzlich an Gewicht, dann ist da oft ein Zeichen für eine Erkrankung. Schwankungen von fünf Gramm sind normal.
Wenn folgende Symptome beobachtet werden, ist der Hamster krank. Ein Besuch beim Tierarzt ist notwendig:
+ Verletzungen, offene Wunden, Lahmen
+ stumpfes, struppiges Fell oder Haarausfall
+ Parasitenbefall
+ Durchfall
+ Speicheln
+ Krämpfe
+ Ausfluss aus der Nase
+ Niesen, Husten, röchelnder Atem
+ triefende Augen
+ Gewichtsverlust
Die vier häufigsten Krankheiten:
1) unerwünschter Winterschlaf
Krankheitszeichen: Der Hamster reagiert nicht auf Berührung und er fühlt sich kühl an. Seine Atmung sowie sein Herzschlag sind verlangsamt.
Krankheit: Die Kleinnager fallen bei einer Temperatur unter zehn Grad Celsius in den Winterschlaf. Dies kann etwa durch längeres Lüften bei kühlen Temperaturen passieren.
Maßnahmen: Der Hamster muss sofort in die Hand genommen und vorsichtig aufgewärmt werden. Darüber hinaus gilt es, Kälte und Zugluft zu vermeiden. Der Grund: Das „Runter- und Hochfahren“ des Stoffwechsels belastet das Tier.
2) Entzündung oder Verklebung der Backentaschen
Krankheitszeichen: Eine oder beide Backentaschen des Hamsters sind prall gefüllt. Das Tier entleert sie nicht, daher riechen sie streng. Der kleine Nager sammelt kein Futter mehr und streicht sich auffällig oft über seine Backen. Er ist lustlos und unruhig.
Krankheit: Die Backentaschen sind verklebt oder entzündet. Ein Anzeichen dafür, dass das Tier Stress ausgesetzt ist. In diesem Fall hamstert es und trägt das Futter lange mit sich herum. Dadurch können sich Klumpen bilden.
Eine andere Ursache können Süßigkeiten sein – darunter auch Nagerdrops oder Knabberstangen. Der Grund: Zucker sorgt für Verklebungen, der Hamster kann dadurch den Inhalt seiner Backentaschen nicht mehr selbständig ausleeren.
Darüber hinaus rufen Entzündungen im Körper des Hamsters häufig diese Erkrankung hervor.
Maßnahmen: Wenn der Hamster seine Backentaschen nicht mehr entleeren kann, sollte er dem Tierarzt vorgestellt werden.
3) Pilzbefall, Milben, Parasiten & Allergien
Krankheitszeichen: Das Tier hat kahle Stellen im Fell und kratzt sich außerdem häufig.
Krankheit: Pilzbefall, Milben oder andere Parasiten. Auch Allergien sind möglich.
Maßnahmen: Pilz- und Parasitenbefall werden durch falsche Haltungsbedingungen wie zum Beispiel Stress oder feuchtes Käfigklima verursacht. Diese Bedingungen müssen deshalb umgehend verändert werden. Auch ein Besuch beim Tierarzt ist in diesem Fall notwendig. Dieser macht bei Pilzbefall einen Abstrich und verschreibt ein Antimykotikum. Gegen einen Parasitenbefall kommt ein Spot-on-Präparat zum Einsatz. Der Käfig einschließlich des Inventars muss sofort gereinigt werden.
4) Hitzschlag
Krankheitszeichen: Der Hamster ist apathisch und liegt auf der Seite. Er atmet schnell und flach.
Krankheit: Der Hamster hat einen Hitzschlag erlitten. Die mäuseartigen Nager können nicht schwitzen. In der Folge kann ihr Körper bei hohen Temperaturen und/oder einem feucht-warmen Klima mit Überhitzung reagieren. Davon betroffen sind insbesondere alte, aber auch zu dicke Tiere.
Maßnahmen: Hamster sofort in ein feuchtes Tuch wickeln und die Füßchen in kaltes Wasser tauchen. Anschießend viel Flüssigkeit zuführen und umgehend einen Tierarzt aufsuchen.
