Hamstersprache lernen und verstehen

Hamster haben ihre eigene Sprache.
Cremefarbene Hamster gelten als sehr zutraulich.

Große Kulleraugen und ein putziges Gebaren – es ist verständlich, dass der Hamster ein so beliebtes Haustier ist. Millionen dieser kleinen Nagetiere bereiten Menschen in aller Welt Freude, ob jung oder alt. Doch anders als beispielsweise bei Meerschweinchen, die laut quieken zur Begrüßung oder gurren, wenn sie sich wohl fühlen, ist der Hamster eher ruhig. Er hat seine ganz eigene Hamstersprache, die es für Hamsterhalter zu lernen und zu verstehen gilt.

Dabei lässt der Hamster in der Regel kaum Laute von sich hören. Denn im Gegensatz zu Meerschweinchen oder Kaninchen leben Hamster nicht in Gruppen. Sie sind Einzelgänger und müssen wenig kommunizieren. Daher benötigen sie nur ein kleines Repertoire an Lautäußerungen. Dieses setzen sie ein, um ihren Protest oder Unmut zu zeigen. Laute nutzen sie beispielsweise in ihrer Hamstersprache, wenn sie ihr Revier oder ihr Futter verteidigen müssen.

Hamstersprache und ihre Laute

Knurren

Knurren ist ein markantes Geräusch in der Hamstersprache. Damit zeigt das Tier seinen Missmut. Ihm passt irgendetwas nicht, und es ist mürrisch. Das kann daran liegen, dass der Hamster aus dem Schlaf gerissen wurde. Es kann aber auch ein erstes Anzeichen einer Krankheit sein.

Fauchen

Fauchen ist nach dem Knurren die nächst aggressive Stufe in der Hamstersprache. Der Nager fühlt sich bedroht und faucht ähnlich wie eine Katze, um den vermeintlichen Gegner einzuschüchtern.

Zähneknirschen und -klappern

Knirscht der Hamster mit den Zähnen, ist es die letzte Warnung, bevor er beißt. Er signalisiert seine Angriffsbereitschaft, warnt und droht dem Gegner.

Quieken und fiepen

Wenn ausgewachsene Hamster quieken oder fiepen, geht es ihnen nicht gut. Sie quieken und fiepen aus Angst oder aus Schmerz. Hamsterjunge hingegen geben diese Geräusche ab, wenn sie hungrig sind oder frieren. Dadurch alarmieren sie das Muttertier, das Abhilfe schaffen kann.

Schreien und kreischen

Ein Hamster schreit oder kreischt, wenn er große Angst oder Schmerzen hat. Diese Laute der Hamstersprache klingen markerschütternd.

Der Hamster erkundet seine Umgebung.
Vorsichtig erkundet der Hamster seine Umgebung. Bild: Juliet van Ree auf Pixabay

Die Körpersprache

Doch nicht nur durch Lautäußerungen, auch durch seine Körpersprache und sein Verhalten teilt sich das Tier in seiner Hamstersprache mit. Richtet der Hamster sich auf und macht Männchen, so erkundet er seine Umgebung, und das vor allem mit seinem ausgeprägten Geruchssinn. Doch Vorsicht, wenn er dabei die Pfoten hebt und das Fell sträubt. Das ist eine Abwehrgeste in der Hamstersprache. Bläst er dann noch die Backen auf, ist dies ein deutliches Zeichen von Aggressivität. Jeden Augenblick ist mit einem Angriff zu rechnen.

Legt sich der Hamster hingegen auf den Rücken, möchte er der Auseinandersetzung lieber aus dem Weg gehen. In der Hamstersprache, wie in anderen Tiersprachen auch, ist dies ein Ausdruck der Unterwerfung. Wenn der Hamster dabei zu verschreckt ist, kann es sogar passieren, dass er in der Position erstarrt liegen bleibt. Diese Schreckstarre ist ein Extremfall. Sie darf bei der Haltung als Haustier nicht vorkommen.

Umgebung erkunden

Bewegen sich Hamster langsam und geduckt vorwärts, so dass der Bauch fast den Boden berührt, erkunden sie eine neue Umgebung. Sie sind unsicher und vorsichtig. Ihren Kopf bewegen sie dabei viel, damit ihre Tasthaare alles erspüren können. Mit der Nase nehmen sie Gerüche gut wahr. Der Sehsinn spielt hingegen eine untergeordnete Rolle. Da ihre Knopfaugen leicht hervortreten, haben Hamster zwar eine gute Rundumsicht und nehmen Bewegungen gut wahr. Aber sie können nur Formen und Konturen erkennen, und das nur im Nahbereich. Zudem sehen sie als nachtaktive Tiere am hellen Tag noch schlechter als in der Dämmerung oder in der Nacht.

Dem Hamster geht es goldig

Laute sind in der Hamstersprache nicht zu hören, wenn sich das Tier wohl fühlt. Es putzt sein Fell ausgiebig mit seinen Pfoten, leckt es auch sauber, und bewegt sich viel und gerne. Zwischendurch richtet sich der Hamster immer wieder auf, hat dabei die Ohren nach vorne ausgerichtet und schnüffelt. So zeigt er seine Neugier. Diese Verhaltensweisen sind in der Sprache der Hamster Zeichen dafür, dass es ihnen gut geht.

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